Was macht man, wenn eigentlich eine Party bei einem Freund geplant ist, dessen Eltern sich aber entscheiden, erst am nächsten Tag wegzufahren und daher keine Location verfügbar ist?
Klar, wenn man Dan dabei hat, dann entscheidet man sich, doch einfach nach Holland ans Meer zu fahren. Ein Auto steht zur Verfügung, ein Zelt haben wir auch. Na dann los! Mit dabei: Sorab, Clit, Alex, Dan und ich.

Nach einer ereignislosen Fahrt kamen wir dann gegen halb zwölf im Land der Windmühlen an. Das Glück schien auf unserer Seite, wunderschöner feiner Sand, ein Feuer brannte noch von einer Gruppe, die kurz vorher gegangen ist, und es war einfach ein großartiges Gefühl der Freiheit. Solange bis Dan auffiel, dass er in Scheiße getreten war… Nicht nur er, wie sich am nächsten Morgen herausstellte.. Der ganze Strand war eine monumentale Hundetoilette! Ach ja, einen Dosenöffner haben wir auch vergessen.


Die kurze Nacht wurde dann am nächsten Morgen abrupt beendet vom hysterischen Geschrei einer niederländischen Mittvierzigerin, die unseren Kasten neben dem Zelt sah! “Wat is dat? Het is een Biertje!” Ja, so sieht im Allgemeinen ein Kasten Bier aus…Aber die Frau mit dem gewaltigen Stimmorgan war ja nicht alleine… Ihr lautstarker Kampfhund war dabei, der mit seinem Gebell wirklich alle weckte.

Es war also kurz vor sieben, wir standen auf einem von Hunden beherrschten Strand und uns knurrte der Magen. Ab nach Renesse rein, frühstücken. Nach einem Ciabatta mit Nutella waren wir dann auch wach und satt genug, um uns Gedanken zu machen, was wir mit unserer Zeit anfangen wollen. Wir entschieden uns dafür, ein wenig die Klampfe zu quälen. So saßen wir dann schon wie fünf Heckenpenner totmüde in Renesse vor einem Supermarkt, dann können wir auch den Gitarrenkoffer aufmachen. Eine Stunde später waren wir schon 24,57€ reicher. Sorabs Stimme als Mittel gegen unsere persönliche Finanzkrise!

Später ging es dann wieder an den Strand. Hier war erstmal eine Runde Ringen angesagt. Dann Sandburgen bauen, Fußball spielen und Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Dann haben wir uns überlegt, wie hoch die Strafe fürs Wildcampen wohl sein mag. Zu hoch, lautete das Ergebnis unserer Kontemplation, also ging es auf die Suche nach einem geeigneten Campingplatz. So einen gab es aber unter den 40 Campingplätzen nicht. “Sorry, nur Familien, keine Gruppen!” Also abends wieder an den Strand. Aber kaum waren wir eingeschlafen, kam auch schon das Ordnungsamt. “There are two possabilities: You can go back to your car, or you can come to the police station with us!” – “Well, okay. Under this circumstances, I guess, we’d rather go to the car by our own feet…” Das war’s dann also. Unsere Schlafgelegenheit war weg. Der Plan, Dan im Auto schlafen zu lassen, während wir anderern in einem Rasthof vor uns hin vegetierten, scheiterte dann daran, dass im Umkreis von 40km um Renesse kein einziger Rasthof geöffnet hatte. Letztendlich schliefen wir dann auf eine Schotterparkplatz am ansonsten sicherlich wunderschönen Strand von Grevelingendamm. Ohne Zelt wohlgemerkt! Alles in allem, eine klasse Aktion.
